Zweisprachige Angebote für Kinder im Vorschulalter gibt es bereits in vielen Regionen der Welt. Die Immersion als besondere Methode des Spracherwerbs im Vorschulalter wurde in Kanada entwickelt und praktiziert, um allen Kindern die Anwendung beider Staatssprachen (Englisch und Französisch) zu ermöglichen.
In den siebziger Jahren wurden die Erfahrungen aus Kanada von einigen kleinen Völkern in Europa übernommen, wie z.B. den Bretonen in Frankreich und Basken in der spanisch-französischen Grenzregion oder von den Katalanen in Spanien.
Die Zweisprachigkeit eines Menschen wird allmählich zur Normalität. Etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung spricht mindestens zwei Sprachen. Es ist zur Sebstverständlichkeit geworden, dass in Gebieten, wo mehrere Sprachen gesprochen werden, die Bewohner sich die Sprachen ihrer Umgebung aneignen und auch anwenden. Die Kinder wachsen dann ganz selbstverständlich mit zwei oder mehr "Muttersprachen" auf.
Dass Kinder mit zwei "Muttersprachen" aufwachsen ist ein natürlicher Reichtum. In der Lausitz leben ca. 60 000 Menschen, die sich als Sorben (oder Wenden) bekennen, aber wesentlich weniger sind in der Lage, die sorbische Sprache aktiv anzuwenden.
Die Sprache ist Grundlage der sorbischen Kultur – ein unverwechselbares Merkmal unserer Heimat.
Etwa 4.000 Kinder lernen nach dem Willen ihrer Eltern zurzeit in Sachsen und Brandenburg Sorbisch (Wendisch) in der Schule.