Den bretonischen Kindern in Frankreich wird seit 30 Jahren in den Kindergärten des “DIWAN”-Vereins nach der Immersionsmethode die bretonische Sprache vermittelt. Dafür wurde eine spezielle Methode des Spracherwerbs in der Kindertagesstätte nach dem Vorbild Kanadas angewandt und mit den eigenen Erfahrungen vervollkommnet.
Die Grundidee der Sprachvermittlung ist, dass die Erzieherinnen mit den Kindern eine familienähnliche Gruppe bilden. So wie die Mutter, spricht die Erzieherin ständig mit den Kindern. Die Kinder werden mit der Sprache der Erzieherin zunehmend umhüllt und tauchen in eine bestimmte sprachliche Umgebung ein. Immersion heißt Eintauchen, Untertauchen.
Im Vorschulalter erwerben Kinder Zweit- und Drittsprachen mit der gleichen offensichtlichen Mühelosigkeit wie die erste. Die Fähigkeit eine Sprache spielend und mühelos zu erlernen, ist jedoch auf die frühen Lebensjahre beschränkt und geht bereits im Schulalter allmählich verloren.
Frühe Zweisprachigkeit führt zur Mehrsprachigkeit und Toleranz und Verständnis für weitere Sprachen und Kulturen.
Beim Spracherwerb werden 3 Phasen unterschieden.
Die anfängliche Ablehnung durch das Kind kann für die Erwachsenen sehr frustrierend sein. Solches Verhalten ist nicht ungewöhnlich und auch kein Grund zur Sorge. Durch Mitlernen können Eltern helfen, diese Phase zu überwinden.
Möglicherweise zögert das Kind, die Zielsprache anzuwenden, selbst wenn es auf die Dinge, die es umgeben zu reagieren scheint. Diese Zuhörphase dient der Entschlüsselung der Sprache, wie es auch beim Säugling zu beobachten ist.
Ohne Zwang beginnt das Kind die Zielsprache anzuwenden, oft auch versteckt. Das kann beim Singen von Liedern oder beim Spielen sein.